Schnittmuster-Tester: The Gable Top

Wieder einmal durfte ich ein wunderschönes Schnittmuster von Jennifer Lauren Handmade testen.

Das zu testende Schnittmuster wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt, daher weise ich hier vorsichtshalber auch darauf (“Werbung”) hin, auch wenn von mir eine unabhängige Rückmeldung bezüglich einer vorgegeben Fragestellung gefordert war und ich auch mit eigenem (also selbst gekauftem) Material gearbeitet habe. Aber man weiß ja nie… 😉

 

Das GABLE TOP

Es hat einen von den 50er Jahren inspirierten klassischen (geraden) Halsausschnitt, ist lang geschnitten und hat 3 Ärmel-Varianten. Sprich es gibt kurze Ärmel, lange Ärmel und lange Ärmel mit einem langen Bündchen.

Titelblatt: Schnittmuster

Bild-Quelle: Schnittmuster – Titelblatt
 

Die Größen:

Diesen Schnitt gibt es zwar bereits seit einiger Zeit, doch jetzt wurde er überarbeitet und es wurden weitere Körbchen-Größen zu Jennifers “Original-Größentabelle” + eine vollkommene neue Größentabelle für “kurvige” Figuren hinzugefügt. Daher gab es jetzt auch diesen erneuten Test!

Das Schnittmuster gibt es nun also in den folgenden Größen:
JLH Original Größentabelle:
Größen 6 – 24 (NZ) was ca. den europäischen Größen 32 – 50 entspricht und diese kommen dann noch einmal mit den Körbchengrößen A – D
JLH Curve Größentabelle:
Größen 16 – 34 (NZ) was ca. den europäischen Größen 42 – 60 entspricht und diese kommen dann mit den Körbchengrößen C – F

Diese unglaubliche Menge an unterschiedlichen Größen, die eben auch die unterschiedlichen Körperproportionen berücksichtigen, finde ich absolut großartig, denn wie wir ja alle wissen: Jede Figur ist schön, doch keine gleicht der anderen! Und hier hat man eine solche Auswahl + zusätzlich sind auch noch weitere Anpassungstipps (z.B. wie man verschiedene Größen kombiniert = Grading) vorhanden und eben auch wie man die richtige Körbchengröße für sich ermittelt, so dass eigentlich jeder SEINE perfekte Größe zusammenstellen kann.

Das Schnittmuster:

Den neu überarbeiteten Schnitt gibt es aktuell nur digital*, den ursprünglichen (nur Standardgrößen ohne Körbchen) jedoch auch als Papierversion, daher denke ich das es irgendwann auch sicher für die neue Version einen Papierschnitt geben wird. Ich bin aber sehr froh, da ich digital grundsätzlich lieber mag.

*druckbares pdf-Dokument, bei dem jede Größe in einer eigenen Ebene kommt, so dass man nicht alle Größen ausdrucken muss, sondern sich für eine, oder wenn man denn verschiedene Größen kombinieren möchte, sich für die gewünschten Größen entsprechend entscheiden kann. Als Formate gibt es A0 (für den Copyshop) oder eben A4 (für den Drucker zu Hause).

Die Anleitung (engliche Sprache):

Es wird sehr gut beschrieben wie man das richtige Material für diesen Schnitt auswählt und auch wie man dieses näht, ob nun mit der normalen Nähmaschine oder eben mit einer Overlock. Auch Hinweise zur optimalen “Nähmaschinen-Nadel” werden gegeben und auch welche Sticheinstellungen geeignet sind.

Die eigentliche Nähanleitung ist so aufgebaut das man dieser ganz einfach Schritt für Schritt folgen kann.

Und was mache ich wenn ich kein Englisch spreche?

Auch das sollte kein wirkliches Problem sein, denn jeder Schritt der Anleitung ist mit Illustrationen versehen, die einen ebenfalls und durchaus auch unabhängig vom Text durch den Nähprozess führen können.

Mein Test:

Genäht habe ich mein Gable Top aus einem Baumwoll-Jersey (92% Bio-Baumwolle, 8% Elastan). Ein eher fester Jersey, der aber sehr gut in Form bleibt.

Als Größe habe ich die 8 (34) mit einem D-Körbchen genommen, da diese meiner tatsächlichen Größe am nächsten kommt.

Mein Gable Top - Vorderseite

Die Passform:
Endlich ein Oberteil, welches nicht so kurz ist. Normal muss ich jedes Top deutlich verlängern, ich habe zwar eine recht hochsitzende Taille, doch der Abstand zwischen Taille und Hüfte bei mir recht lang, so das “gekaufte” Shirts von der Stange bei mir normal nicht einmal bis zum Hosenbund reichen.

Mein Gable Top getragen mit Jeans

Ach ja… auf Grund dieser langen und enganliegenden Form trägt sich das Gable Top übrigens wunderbar unter Taillenröcken denn es rutscht nicht hoch und man muss daher auch nicht ständig daran rumzupfen.

Beim Ausschnitt wurde es bei mir allerdings etwas knifflig, denn meine Schulterknochen (Armkugeln) lieger höher als meine eigentlichen Schultern, so dass ein solch gerader Ausschnitt bei mir grundsätzlich hochrutscht, doch für den Test wollte ich erst einmal keine Änderungen vornehmen – das Feedback sollte sich ja auf den Original-Schnitt beziehen + Jersey vergibt ja auch durchaus vieles. 😉

In der Anleitung ist übrigens genau beschrieben, wie man die Anpassung dieses Ausschnittes an den eigenen Körper vornimmt und auch ich konnte – trotz meiner Schultern – so einen durchaus guten Sitz des Ausschnittes erzielen. Für mich und meinen Körper werde ich allerdings für meine nächsten Versionen – denn ich liebe den Look und die Passform einfach – den Ausschnitt noch etwas herabsetzen, sprich nicht nur beim Nähen den Ausschnitt runtersetzen, sondern den Schnitt noch vor dem Zuschnitt etwas abpassen. Aber auch diese Top ist so wie es jetzt ist bereits eines meiner Lieblings-Shirts.

Mein Gable Top - Rückseite

Mein Fazit:

Wer modisch auf Vintage und die 50er Jahre steht, für den ist dieses Top denke ich ein absolutes MUSS. Ein wunderbares Basic-Teil von dem man nicht genug im Schrank haben kann. Und mit unterschiedlichen Jersey-Qualitäten kann man auch den Look noch etwas variieren. So stelle ich mir vor, das ein etwas dehnbarerer Jersey – als hier in meinem Beispiel – noch viel besser zu (also quasi “über”) Jeans passen würde.

Vielen Dank Jennifer für diesen wunderschönen, toll durchdachten und größentechnisch sooooo umfangreichen Schnitt und auch dafür das ich mal wieder eine deiner Testerinnen sein durfte, es fühlte sich soooo gut an helfen zu können, besonders weil zum Zeitpunkt des Testes so vieles wegen Covid nicht möglich war und ich mich persönlich oft “nutzlos” gefühlt habe!