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Projekt: Look & Passform Anpassungen

Mach aus einem Fertigschnitt in wenigen Schritten Dein EIGENES Kleid-Design:

Soooo diesmal möchte ich Euch ein paar einfache Schritte zeigen, wie Ihr mit ein paar kleinen Anpassungen aus einem fertigen Schnittmuster Euer ganz eigenes Kleid machen könnt.

Der Grundschnitt ist mal wieder von bootstrapfashion. (Nr. 43579)
→ Das ich so viel mit diesen Schnitten arbeite, hat einen einfachen Grund: Ich kann mir bei diesem Schnittmusterhersteller, durch die angebotenen Pro-Fit-Optionen, z.B. die Höhenanpassung des Brustpunktes und die Anpassung für einen großen Busen komplett ersparen und muss auch sonst nur noch minimale Anpassungen vornehmen, damit alles so sitzt wie ich es möchte.

Diesen Schnitt möchte ich nun auf jeden Fall folgendermaßen abändern (siehe Zeichnung). Denn auch wenn ich bereits den Grundschnitt richtig klasse finde, der hohe Kragen ist mir für den Sommer dann doch leider etwas zu warm. Außerdem bin ich bei Kleidern nicht wirklich der „Gürtel“-Typ, doch den kann man ja je nach Laune mitmachen oder wie ich einfach weglassen. Eine Änderung des Schnittes ist hierfür ja nicht notwendig.

Angefangen habe ich hierfür – wie immer – erst einmal mit einer Testversion des Kleides. Dieses mache ich eigentlich immer wenn ich einen Schnitt zum ersten Mal benutze. Denn leider bin ich etwas schräg und meine Proportionen sind durch einen sehr schmalen unteren Rücken, breite Schultern (bzw. schmale Schultern mit große Schulterkugel) + hervorstehende Schulterblätter etwas anders als es irgendjemand in einem Fertigschnittmuster berücksichtigen kann. Und nur damit Ihr eine Einschätzung habt: Bei anderen Schnittmustern mit regulären Größen muss ich für mich den Schnitt aus 3-4 Größen zusammensetzen, dann noch den Brustpunkt verlegen und die Anpassung für einen großen Busen (also mehr als B-Körbchen) machen, damit er zu meinen Proportionen paßt. 😉

Hier also meine Testversion:

An diesem ist mir bereits aufgefallen, dass sich am Rücken mal wieder so einige Falten bilden, die mir nicht gefallen. Die Passformoptimierungen hierfür zeige ich Euch später aber auch gleich noch.

Nun aber erst einmal zu den Look-Änderungen im Oberteil des Kleides:
Hier ein vorher-nachher-Foto und jaaaaaa, ich habe zwischen dem Nähen vom ersten und vom zweiten Kleid schon etwas Farbe bekommen *freu*:

Da auch ich Dinge immer besser mit Hilfe von Bildern verstehe, hier eine kleine Darstellung wie ich den Oberteilschnitt abgeändert habe:

Mach nimmt sich einfach das vorgegebene obere Vorderteil zu Hand (ich habe es hier für das mittlere Bild noch einmal gespiegelt und übereinander geschoben, damit man es etwas besser sehen kann) und schneidet dieses entlang der Knopflöcher ab, denn diese sind ja in der Originalversion genau mittig. Und damit man es nicht vergißt, schreibe ich mir dann noch zusätzlich dran, daß diese Linie beim Zuschnitt nun in/am Stoffbruch liegt, denn ich will dort ja später keine Naht haben. Jetzt muß man eigentlich nur noch den Ausschnitt etwas vertiefen + diesen ggf. etwas weiter machen, da dieser für den Kragen ja sehr eng konzipiert wurde. Dieses kann je nach Geschmack erfolgen und wer hier sehr unsicher ist, kann die Form und Größe des Ausschnittes auch einfach von einem anderen Schnitt übernehmen.

Das war jetzt nicht wirklich schwer, oder? Die optischen Änderungen sind damit nämlich auch schon abgeschlossen! 🙂

Passformoptimierungen:
Jetzt zeige ich Euch noch wie man die Passform entsprechend optimieren kann. Und um Euch die Dinge zu veranschaulichen, welche ich noch zu „bemängeln“ habe, hier ein weiteres vorher-nachher-Foto:

Und noch ein Bild mit den Schnittteilen, die lila (dunkel) markieren Bereiche habe ich abgeschnitten, da mir das Testkleid hier zu weit, bzw. zu lang war. Aber woher weißt man wie viel da nun weg muß? Ganz einfach: Ich habe das Testkleid angezogen, hineingegriffen wie viel Stoff an den zu bemängelnden Stelle grob weg kann, mir dieses gemerkt, das Kleid ausgezogen, alles gesteckt und es wieder anprobiert, dieses habe ich so lange wiederholt, bis mir die Passform gefiel und dann alles auf den Schnitt übertragen. (Wer eine passende Schneiderpuppe hat, sollte diese unbedingt für die Passformoptimierungen benutzen, das ist deutlich weniger umständlich.)

Welche Schnitteile habe ich hier (von links nach rechts):
seitliches Vorderteil (wird 2x benötigt); mittleres Vorderteil (wird 1x benötigt); mittleres Rückenteil (wird 2x benötigt); seitliches Rückenteil (wird 2x benötigt) + oberes Rückenteil (wird 2x benötigt)

Passformoptimierungen – Schritt für Schritt:
1. Der Ausschnitt des oberen Rückenteils stand mittig noch etwas ab (leider wegen der Haare nicht zu sehen, sorry). Dieses habe ich geändert indem ich die Schnittlinie der zentralen Mitte im oberen Bereich leicht angeschrägt habe und das Rückenteil nun als 2 Teile verarbeite (habe dort nun also eine Naht) und nicht wie vorher dieses Schnitteil im Bruch zuschneide.

2. Der hintere Armausschnitt stand ab, so dass man in das Kleid hineingucken konnte. Ziemlich doof, zusätzlich haben sich auch noch komische Falten unterm Armausschnitt zum Rücken hin gebildet, was darauf hindeute, das dieses Schnittteil in diesem Bereich ein wenig zu lang ist. Also habe ich auch hier etwas vom Schnitt entfernt, einmal um den Armauschnitt enger zu machen und einmal um die Länge des unteren seitlichen Rücken-Schnittteils etwas zu kürzen.

3. Der Rücken war zu weit und hat Falten gebildet. Also habe ich auch hier Weite entfernt. Hier sollte man allerdings ein wenig vorsichtig sein, denn das Rückenteil besteht ja aus 4 Einzelteilen und man entfernt daher optimalerweise je 1/4 der zu entfernenden Gesamtweite von jedem Schnitteil. Dieses erhält die Proportionen und ergibt nach meiner Erfahrung das beste Ergebnis.

4. Dieses kennt ja sicher jeder. Das Kleid stand unter dem Achseln an, also muss auch hier Weite entfernt werden, damit das Kleid an dieser Stelle schön anliegt.

FERTIG!

Ich hoffe ich konnte Euch hiermit ein wenig die Angst vor Passform- und Look-Änderungen nehmen, denn wie Ihr seht ist es eigentlich nicht schwer und auch kein Zauberwerk. Und solltet Ihr doch etwas nicht ganz verstanden haben oder noch Fragen sein (auch zur Art und Weise wie ich dieses Kleid genäht habe), könnt Ihr mich gerne anschreiben und ich versuche Euch dann entsprechend weiterzuhelfen.
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Hier nun MEIN fertiges Sommerkleid und …. was soll ich sagen: Ich liebe es! <3