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Projekt: Glockenmütze

Ich brauchte eine Mütze, diese sollte eng am Kopf anliegen, ein Bündchen haben und eben keine verlängerte Spitze (wie eine Beanie). Leider bin ich bei meiner Suche nach einem passenden Schnittmuster für Erwachsene nicht fündig geworden und habe mich daher einfach mal selbst daran gemacht einen Schnitt für meine Bedürfnisse zu konstruieren. Obwohl das Wort „konstruieren“ hierbei sicher etwas hoch gegriffen ist. 😉

Hier meine Skizze:
nn_glockenmuetze_grafik

Und hier das Schnittmuster:
schnittmuster_vorschau

Das oben angezeigte Schnittmuster (pdf-Dokument) ist für einen Kopfumfang von 55cm und Ihr könnt es Euch am Ende dieses Beitrages downloaden. Ich stelle dieses kostenlos zum Ausprobieren zur Verfügung, es ist aber ausschließlich für den privaten Gebraucht gedacht (ohne Gewährleistung), sprich wer nach diesem Schnitt genähte Mützen verkaufen möchte, den bitte ich sich im Vorfeld mit mir in Verbindung zu setzen um eine gewerbliche Lizenz zu erhalten.

Sollte Euer Kopfumfang nun größer oder kleiner sein, dürft Ihr Euch den Schnitt selbstverständlich gerne an Eure Größe anpassen. Hierbei solltet Ihr jedoch darauf achten, dass die Verbreiterung immer proportional größer als die Verlängerung der Mütze ausfällt und auch das die Mütze (oberer Teil) aus 6 Einzelteilen besteht und Ihr die Verbreiterung daher entsprechend auf alle Teile (und jeweils auf beide Seiten eines Schnittteils) aufteilen müßt um die Form zu behalten. Die Länge der Mütze würde ich daher (nach der Vergrößerung, bzw. Verkleinerung des Kopfumfanges) immer erst einmal ausprobieren und schauen ob diese denn noch immer zur „Länge“ Eures Kopfes paßt.

Menü:
Vorbereitung Schnittmuster (Ausdruck)
Längenkontrolle
Stoffwahl
Zuschnitt
Stich-Einstellung Nähmaschine
Nähanleitung
Ergebnis


Vorbereitung Schnittmuster (Ausdruck):

Ladet Euch den Schnitt (er besteht aus nur einer pdf-Seite) herunter und druckt ihn (z.B. mit dem kostenlosen Acrobat Reader) ohne Seitenanpassung (also auf 100%) aus, kontrolliert zur Sicherheit am Ausdruck noch einmal mit einem Lineal den auf der Seite eingezeichneten Kontrollkasten, dieser sollte 5×5 cm groß sein. Paßt alles, dann schneidet Ihr nun die beiden Schnittteile entlang der Linien aus. Fertig!

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Längenkontrolle:

Damit Ihr am Ende (denn jeder Kopf ist nun einmal anders) nicht mit einer viiiieeeel zu kurzen oder zu langen Mütze dasitzt würde ich jetzt noch einmal das gerade ausgeschnittene Mützen-Schnittteil an Euren Kopf halten und schauen, ob die Länge denn zumindest ansatzweise hinkommt. Der gerade untere Teil sollte dabei mind. auf der (unteren) Hälfte Eures Ohres und die Spitze mittig auf Eurem Kopf enden. Sollte dieses nun so gar nicht passen wollen, würde ich die Länge vor dem Zuschnitt noch entsprechend korrigieren.

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Stoffwahl:

Ich habe hier für meine Mütze Sweatshirt-Stoffreste verwendet, die „Futtermütze“  hat kein Elastan, denn ich wollte unbedingt die „flauschige“ Seite dieses angerauten Sweatshirtstoffes an meinem Kopf haben, die „Aussenmütze“ hat Elastan, einen anderen hatte ich nämlich nicht mehr und es funktioniert wunderbar zusammen. Man kann daher sicher auch einen Jersey verwenden, doch da dieser normalerweise immer etwas dehnbarer ist als Sweat, wird die Mütze dadurch ggf. etwas weiter ausfallen.

Und auch einen normalen unelastischen Webstoff halte ich (allerdings ohne Garantie) durchaus für den oberen Teil der Mütze für möglich, da die Mütze ja normal passend am Kopf anliegen sollte und daher keine wirkliche „Dehnbarkeit“ benötigt. Fürs Bündchen nehme ich aber auf jeden Fall immer Bündchenware, diese ist schön elastisch und zieht sich auch immer wieder gut zusammen, so dass die Mütze beim Tragen nicht so ausleiert und auch nach häufigem Tragen nicht rutschen sollte. Da ich meine Bündchen nicht so super eng mag, und normal elastische Bündchenware vorliegen hatte, habe ich die Bündchenlänge für dieses Schnittmuster folgendermaßen berechnet: Kopfumfang (55cm) x 0,75  (+Nahtzugabe). Solltest Ihr nun allerdings sehr dehnbare Bündchenware haben, würde ich die Bündchenlänge ggf. noch etwas kürzen und zwar auf folgendes: Kopfumfang (55cm) x 0,7 (+Nahtzugabe).

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Zuschnitt:

Da ich mit einer normale Nähmaschine arbeite enthält der Schnitt bereits eine Nahtzugabe von 1cm. Ihr braucht die Schnitteile also nur auf Euren Stoff auflegen, feststecken und runterherum ausschneiden. Damit man nicht ganz so viel damit zu tun hat, lege ich meinen Stoff hierfür zumindest immer doppelt und erhalte so mit einem Zuschnitt bereits 2 Teile. Insgesamt benötigt Ihr für eine einfache Mütze: 6 obere Mützenteile und für eine gefütterte 12 obere Mützenteile. Das Bündchen wird 1x im Stoffbruch zugeschnitten, so dass Ihr letztendlich die doppelte Bündchenlänge bekommt.

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Solltet Ihr den Schnitt mit einer Overlock-Maschine nähen wollen, bedenkt bitte, dass Ihr hierfür dann in der Regel nur eine Nahtzugabe von 6-7mm benötigt und der Schnitt entsprechend verkleinert werden muss, sonst endet Ihr mit einem deutlich größeren Kopfumfang als geplant. 😉

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Stich-Einstellung Nähmaschine:

Da ich hier mit einem Sweatshirtstoff gearbeitet habe, habe ich den „Stretch-Geradstich“ meiner Nähmaschine verwendet. Manchmal heißt dieser auch „elastischer 3fach-Stich“, oder ähnlich. Solltet Ihr Euch unsicher sein, schaut einfach mal in das Handbuch Eurer Nähmaschine.

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Nähanleitung:

Jetzt näht Ihr die 6 oberen Mützenteile zusammen. Ihr startet mit 2 Schnittteilen, diese legt Sie rechts auf rechts und näht Sie dann an einer Seite von unten nach oben zusammen. Als kleiner Tipp: Näht die Spitzen oben immer nur bis exakt 1cm vor den Stoffrand (sprich: die Nahtzugabe bleibt „offen“) zusammen, dann laufen diese am Ende oben wirklich toll zusammen und es erleichtert auch das Zusammenähen aller 6 Mützenteile.

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Dann nehmt Ihr das nächste Schnittteil, legt es auf eines der bereits zusammengenähten Schnittteile, ebenfalls rechts auf rechts und näht diese beiden dann ebenfalls auf einer Seite von unten nach oben zusammen.

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Dieses wiederholt Ihr bis alle 6 Schnittteile miteinander verbunden sind. Am Ende schließt Ihr dann die Mütze, indem Ihr die beiden Schnittteile am Rand miteinander (rechts auf rechts) zusammennäht. Das ganze wiederholt Ihr – wenn Ihr die Mütze so wie ich unterfüttern wollt – mit den 6 Futterteilen, so dass Ihr am Ende 2 „Mützen“ vor Euch liegen habt. Ich schneide nach Fertigstellung beider Mützen immer noch die Nahtzugaben um die Hälfte zurück, damit diese später nicht all zu sehr auftragen. Wichtig: Nicht die Nahtzugabe an der Kopföffnung zurückschneiden, diese wird noch zum Annähen des Bündchen benötigt!

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Der Hauptteil der Arbeit ist nun auch bereits getan, jetzt kommt nur noch das Bündchen. 🙂 Dieses habt Ihr ja im Stoffbruch zugeschitten, so dass Euch (wenn Ihr keine Veränderungen vornommen habt) jetzt ein 43,25cm langer und 8cm breiter Streifen aus Bündchenstoff vorliegen sollte.

Näht diesen Streifen nun an den kurzen Seite zusammen, der Stoff wird hierfür rechts auf rechts zusammengeklappt.

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Im Anschluß klappt Ihr die Nahtzugabe auseinander und faltet den so entstandenen Ring der Länge nach zusammen, so dass die Nahtzugabe vom Zusammennähen (also vom Zusammenfügen zu einem Ring)  innen ist und aufeinander liegt. Das Bündchen sollte jetzt nur noch 4cm breit sein (3cm Endbreite Mützen-Bündchen + 1cm Nahtzugabe) und in einem Ring mit zwei aufeinander gefalteten Stofflagen (hübsche Seite des Stoffes außen) vor Euch liegen.

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Jetzt schiebt Ihr beide Mützen (Aussenmütze und Futtermütze) so zusammen, dass man nur noch die hübschen Seiten beider Mützen sieht. Heißt: Futtermütze einmal umkrempelt, so dass die Seite mit den Nahtzugaben nach aussen zeigt und schiebt diese dann in die Aussenmütze. Immer drauf achten, dass alle Nähte beider Mützen hierbei deckungsgleich sind. Damit nichts mehr verrutschen kann, könnt Ihr diese zur Sicherheit auch noch kurz mit 6 Nadeln feststecken. Jetzt habt Ihr die Mütze aber auf jeden Fall schon einmal so, wie Ihr sie später auch tragen möchtet.

Beim bereits vorbereiteten Bündchen mache ich nun noch folgendes: Zuerst stecke ich 4 Nadeln so, dass das Bündchen in 4 gleichgroße Teile aufgeteilt ist. 1x an der Nahtstelle, einmal genau gegenüber und dann noch jeweils auf der Hälfe der langen Seiten. Dieses schiebt Ihr nun so über den äußerem Mützenrand, dass die offen Seiten den Bündchens mit den offenen Seiten beider ineinander gesteckten Mützen zusammentreffen. Die äußere Mütze (schwarz) befindet sich also direkt unter dem Bündchen.

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Da das Bündchen deutlich enger ist als die Mütze selbst müßt Ihr dieses nun gleichmäßig gedeht mit den Mützenrändern (diese bitte nicht dehnen) zusammenstecken. Dabei gehe ich folgendermaßen vor: Die Nadel, die sich an der Nahtstelle des Bündchens befindet, stecke ich nun an eine Stelle der Mütze an der sich zwei übereinander liegende Nähte beider Mützen befinden und verbinde damit alle 4 Stofflagen. Das selbe mache ich an der gegenüberliegenden Seite. Dann dehne ich das Bündchen, bis die Fläche der beiden Mützen flach (aber ungedeht) unter meinem Bündchen liegt und stecke die Nadeln, die mein 1/4 Bündchen markieren, dann auf der Hälfte der sich jeweils mittig unter meinem Bündchen befindenen Mützenteile fest. Das reicht normal um das Bündchen gleichmäßig beim Nähen zu verteilen, solltet Ihr dennoch unsicher sein, könnt Ihr auch noch weitere Nadeln stecken, bis wirklich alles gleichmäßig verteilt bzw. fixiert ist.

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Dann wird das Bündchen an die Mütze genäht und Eure Mütze ist grundsätzlich schon fertig und kann getragen werden.

Damit diese aber auch innen schön aussieht, versäubere ich die Nahtzugaben (zusammen) immer noch mit einem Overlock-Stich, klappe diese nach oben in die Mütze und nähe diese dann von außen mit einem langen normalen Gradstich noch einmal dicht neben der Naht fest. Dieses muß aber nicht unbedingt gemacht werden, ich finde allerdings, dass es schicker aussieht! 😉 Hier nun also die fertige (blaue) Innenseite meiner Mütze.

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Ergebnis:

Und so sieht meine fertige Mütze nun von außen aus! 😀 Sie liegt komplett an meinem Kopf an und das Bündchen reicht mir – wie gewünscht – bis genau unter die Ohren, so pfeift kein Wind rein und die Mütze sitzt fest an meinem Kopf!

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Euch gefällt meine Mütze und Ihr möchtet sie gerne nach meinem Schnittmuster nachnähen?
Das ist möglich, denn ich stelle dieses Schnittmuster am Ende dieses Blogeintragen kostenlos zum Download zur Verfügung.

Denkt aber bitte daran, dass das Schnittmuster ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt und die Verbreitung (also das Teilen mit Anderen und/oder das Uploaden meines Schnittmusters an anderer Stelle zum Teilen und/oder Verbreiten) untersagt ist. Solltet Ihr Mützen nach diesem Schnittmuster nähen und verkaufen wollen, erfragt bitte zuerst die Bedingungen für die gewerbliche Nutzung, diese setzt eine gesonderte Lizenz voraus. Danke!

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren & hoffe das es zumindest für ein paar Menschen von Nutzen ist! 😉
(Ich freue mich sehr darüber wenn Ihr mir Eure Mützen zeigt, also postet bei Instagram bitte mit dem Hashtag #ninanadel oder @ninanadel oder schickt mir Fotos per Email. Dankeschön! <3)

Sollte ich ggf. Fehler in meiner Anleitung haben und/oder Ihr etwas nicht ganz verstehen, könnt Ihr mir gerne einen Hinweis geben und/oder Eure Fragen via Email an mich senden, ich bin für jede Anregung offen und versuche auch immer gerne mit bestem Wissen und Gewissen zu helfen! 🙂